Weltrekordhalter im Rückwärtslaufen im Halbmarathon in 1:35:49 h
   
  Achim-Aretz
  ... Alpener Stadtlauf
 
Der Alpener Stadtlauf am 16. Juli 2011
 
Beim Alpener Stadtlauf am Niederrhein versuchte ich, die vom US- Amerikaner Brian Godsay gehaltene, drei Jahre alte Weltrekordzeit von 19:31 min über 5 km im Rückwärtslaufen zu knacken.
 
Nach dem Oelder Citylauf am 10. Juni (40:02 min über 10 km) intensivierte ich das Bahntraining und absolvierte anstatt einer nun zwei Intervalltrainingseinheiten pro Woche. Als ich einmal 10 x 400 m in jeweils 83 s lief, war ich sehr optimistisch, mein Ziel in Alpen zu erreichen.
 
Als ich in Alpen ankam, fuhr ich die 2,5 km lange Runde mit dem Fahrrad ab und erkannte schnell, dass die Strecke einfacher zu laufen sein müsste als die 14 Runden von Oelde. Außerdem spielte das Wetter mit. Die Temperaturen lagen um die 20 Grad. Nur der starke Wind würde mir etwas zu schaffen machen können.

      
        Mein Begleitläufer Marc (rechts) und ich vor dem Start
 
Ein absolutes Novum in Alpen war der offizielle Retro-Run über die 5 km, für den sich 4 Läufer angemeldet hatten. Es war sehr interessant, die anderen 3 Rückwärtsläufer vor dem Start kennenzulernen. Die allererste Anmeldung für den Alpener Stadtlauf kam im Winter – für den Retro-Run.
 
Die Retro-Run-Teilnehmer erhielten etwa 3:30 min Vorsprung vor dem Hauptfeld. Fast jeder Rückwärtsläufer hatte einen Begleitläufer. Mich unterstützte, wie in Oelde, Marc-Andre Ocklenburg, der anschließend noch die 10 km lief – aber vorwärts! Trotzdem Respekt! Ich wollte einen Schnitt von 3:54 min/km laufen.

       
 
Als der Startschuss fiel, liefen wir durch den Zielbereich mit vielen Zuschauern. Ich sah die anderen Rückwärtsläufer vor mir und freute mich darüber, mal nicht der einzige zu sein.
          
      

Die ersten 400 bis 500 m waren viel zu schnell. Gepusht durch die Zuschauer und das Ereignis verlor ich die Kontrolle über die Geschwindigkeit. Schon nach 500 m nahm ich das Tempo raus. Dennoch war der erste km in 3:40 min viel zu schnell.

Ich ließ es zwar sofort langsamer angehen, doch die Anstrengung blieb die gleiche. Außerdem zwang mich starker Gegenwind dazu, das Tempo noch ein bisschen mehr zu drosseln. Die zweite Zwischenzeit von 3:59 min war zwar gut, aber die Belastung spürte ich schon jetzt enorm.
       
      
 
Nun begann der Kampf.  Als ich nach der ersten Runde wieder durch den Zielbereich lief, war ich zeitlich noch im Soll, aber ich wusste, dass die zweite Runde langsamer werden würde als die erste. Nach dem dritten km (4:01 min) fühlte ich mich leer und erschöpft.
       
       
 
Anschließend verlor ich immer mehr an Tempo und sah mein Ziel dahin schwinden. Marc und drei Begleitradfahrer unterstützten mich zwar immer wieder lautstark, aber es half leider nichts. Den 4. km lief ich in 4:13 min. Diese Zwischenzeit gab Marc aber schon nicht mehr durch.
 
Der fünfte km war der härteste, obwohl ich immer langsamer wurde. Ich wollte nur noch ins Ziel kommen, das so nah und doch so fern war. Völlig ausgelaugt erreichte ich nach 20:25 min (km 5 in 4:32 min) das Ziel - etwa 20 s vor dem ersten Vorwärtsläufer.
       
       

Ich fand es sehr schade, dass ich die Weltrekordzeit nicht unterboten habe. Der große Fehler war das schnelle Anfangstempo von 3:40 min auf dem ersten km. Ich bin in meinem ganzen Leben erst drei 5 km-Läufe gelaufen und habe auf dieser Strecke einfach noch nicht so viel Erfahrung. Die große Herausforderung sah ich in der Geschwindigkeit und nicht in der Streckenlänge, was das schnelle Anfangstempo erklärt. Im Gegenteil! Ich hätte nie gedacht, dass 5 km so lang werden können.
 
Dennoch war es eine tolle Veranstaltung des LG Alpen. Auch die anderen Rückwärtläufer sind auf ihre Kosten gekommen. Alle drei liefen um die 30 Minuten! Sehr gute Leistung! Nächstes Jahr komme ich gerne wieder nach Alpen. In den nächsten Wochen ist erst mal kein neuer Angriff auf den Weltrekord von Brian Godsey geplant. Der übrigens ist froh, dass der Rekord weiterhin ihm gehört.