Weltrekordhalter im Rückwärtslaufen im Halbmarathon in 1:35:49 h
   
  Achim-Aretz
  ... Badener Stadtlauf nahe Wien
 

"Sie waren das Zuckerl!" - Der Badener Stadtlauf am 26. Juni 2011

Nach etlichen Retrowettkämpfen in Deutschland - an der Nordseeküste in Bremerhaven, im Alpenvorland am Tegernsee, in der Kulturhauptstadt Europas Essen oder in der Karnevalshochburg Köln - bin ich am 26. Juni 2011 nun meinen ersten 10 km-Wettkampf auf ausländischem Boden gelaufen.

Dieses Privileg sollte dem Badener Stadtlauf zu Gute kommen. Baden ist ein malerischer Kurort im Wiener Raum und für seine Römertherme wohl bekannt. Dass ich nun im Ausland sein musste, wurde mir sofort klar, als ich am Badener Bahnhof ins Taxi einstieg, das mich zum Hotel bringen sollte. Ich verstand den Taxifahrer einfach nicht.

Am nächsten Morgen kamen etwa 1.000 Läufer zusammen, um am Badener Stadtlauf teilzunehmen. Es war recht kühl und es regnete. Das Einlaufen fiel mir schwer und ich war unsicher, ob ich die angekündigte Zeit von 42 Minuten würde laufen können.

Ich durfte eine Minute vor dem Läuferfeld starten und genoss unter den staunenden Blicken der österreichischen Läufer die Anfeuerung der Zuschauer. Die ersten beiden Kilometer in je 4:08 min waren zufriedenstellend und ich fragte mich, wie lange die an mir vorbeirennenden Vorwärtsläufer mich noch überholen würden.

Der dritte km war dann nicht nur deutlich langsamer, er war auch sehr viel härter als die ersten beiden. Ich dachte an den Weltrekordlauf in Oelde Mitte Juni und hatte die Befürchtung, dass ich für die letzten 7 km noch einmal 2 Wochen brauchen würde. Ich war also schon platt.

Auf den nächsten km fing schon der Kampf an, mit mir selber, mit dem kurvigen Kurs und mit dem Kopfsteinplaster. Außerdem hatte ich mental der körperlichen Verfassung immer weniger entgegenzusetzen.

Auf der dritten der drei Runden wurde ich auch noch mal ein ganzes Stück langsamer und lief fast im 5 min-Schnitt. Letztendlich wurde ich bis zum Schluss von den Vorwärtsläufern überholt, die mir jedoch immer wieder Auftrieg gaben und Mut machten.

Nach 45:58 min überquerte ich erschöpft die Ziellinie. Es war der erste von 12 Retrowettkämpfen, bei dem ich meine angepeilte Zeit nicht erreicht hatte. Auch solche Tage muss es mal geben. Der Veranstalter sagte dennoch, dass ich das "Zuckerl" der Veransltaltung war.

Woran es lag, dass die Zeit nicht so gut war? Vielleicht war es die lange Stadtbesichtigung Wiens am Tag vor dem Lauf, vielleicht die Tagesform, vielleicht auch die kräftezehrende Zugfahrt von der Toskana, wo ich eine tolle Woche mit meiner Familie verbrachte. Aber sicher ist, dass ich am 16. Juli in Alpen schneller laufen muss.