Weltrekordhalter im Rückwärtslaufen im Halbmarathon in 1:35:49 h
   
  Achim-Aretz
  ... Bertlicher Straßenläufe
 
10 km bei den 83. Bertlicher Straßenläufen am 6. Februar 2011:

Der milde Januar hat Retrotraining im Winter möglich gemacht. Nach den ersten beiden Intervalleinheiten (6 x 1000 m in 4:13 bis 4:22 min und 10 x 400 m in 1:32 bis 1:35 min) wollte ich meine Form in einem Wettkampf überprüfen. 

Nun war es also wieder so weit. Seit dem Frankfurt-Marathon, der schon über 3 Monate zurückliegt, bin ich bei keinem Volkslauf mehr rückwärts an den Start gegangen. Als ich mir die Schuhe zum Einlaufen zuschnürte, überkam mich ein bisschen die Nervosität. Wie würde das Rennen laufen, ganz ohne Helfer und ohne die Strecke zu kennen? Kann ich wirklich ein Tempo von 4:30 min/km durchhalten?

Vor dem Start stellte ich mich ungefähr 5 m hinter die Startlinie und sah, dass das Feld insgesamt nicht so groß war. Als der Startschuss fiel, drehte ich mich um und erinnerte mich an den Köln-Halbmarathon und den Frankfurt-Marathon und dachte an die große Sturzgefahr dieser Läufer. Gott sei Dank war die Straße diesmal so breit, dass ich nach wenigen hundert Metern schon frei laufen konnte.

Christoph Koitka

Ich kam richtig gut ins Rennen. Die Zeit von 4:20 min auf dem ersten km verriet, dass ich sogar zu schnell war. Danach nahm ich ein bisschen raus, was dazu führte, dass ich von einigen Läufern überholt wurde. Es kam wieder zu einigen lustigen kurzen Gesprächen und Kommentaren. 

Nach 2 km spürte ich auf einer langen Gerade zum ersten Mal den starken Rückenwind. Normalerweise freut man sich ja als Läufer über Rückenwind. Aber als Retrorunner ist das natürlich Gegenwind. Und weil man sich als Retrorunner nicht in den Wind lehnen kann, war das schon ziemlich anstrengend.

Die nächsten km waren je nach Windstärke zwischen 4:25 und 4:40 min/km schnell. Die 5 km-Zwischenzeit von 22:25 min zeigte, dass ich absolut im Soll war. Nach der Hälfte war ich aber schon ziemlich erschöpft, so dass ich nicht wusste, ob ich das Tempo würden halten können.


Christoph Koitka

Bei km 6 und 7 wurde es dann wieder richtig windig. Vorwärtsläufer, mit denen ich häufig Blickkontakte hatte, überholten mich und liefen einige m vor mir her. Dann kam mir die Idee, an sie heran und hinter ihnen im Windschatten zu laufen. So richtig viel gebracht hat das aber leider auch nicht.

Nach 30 min wurde es immer härter. Meine Oberschenkel meldeten sich immer lauter und aufkommender Durst verriet mir, dass ich vor dem Start doch zu wenig getrunken hatte. Leider verpasste ich dann noch einen Getränkestand bei km 7, weil ich ihn zu spät gesehen hatte. 

Der 9. km war der härteste und mit einer Zeit von 4:44 min auch der langsamste. Als ich dann das Schild "km 9" sah, konnte ich auf einmal neue Kräfte freisetzen. Ich holte noch einmal alles aus mir raus und erreichte dank der letzten km-Zeit von 4:16 min eine Endzeit von 44:41 min.

Christoph Koitka

Mit der Zeit bin ich sehr zufrieden, weil der Trainingsauftakt im Retrorunning vor gerade mal 3 Wochen war. Ich bin sehr gespannt, was in diesem Jahr noch möglich sein wird!