Weltrekordhalter im Rückwärtslaufen im Halbmarathon in 1:35:49 h
   
  Achim-Aretz
  ... Bremerhaven
 
6. Sparda-Bank City Marathon, Bremerhaven, 18.7.2010:

Am 18.7. bin ich zum ersten Mal seit meinem Halbmarathon-Weltrekord im November 2009 wieder rückwärts an den Start gegangen. Ich startete über die 10 km beim 6. Sparda-Bank City Marathon Bremerhaven. Leider hatte ich im Gegensatz zum Weltrekordlauf keinen Begleitläufer, der mich auf Hindernisse hinter mir hinweisen konnte. Darüber hinaus starteten die 10km-Läufer gleichzeitig mit den Halbmarathonis und den Marathonis, so dass ich vor dem Lauf schon einige Bedenken hatte, ob auf den ersten Kilometern bei etwa 800 Vorwärtsläufern alles gut gehen würde.
Der Startschuss fiel, und ich drehte mich zum Erstaunen der Läufer um. Ich lief ganz außen im Feld, um sicher zu gehen, dass ich nur von einer Seite mit anderen Läufern zusammen stoßen kann. Das Feld war aber so breit, dass ich Bäume und andere Hindernisse rückwärts umkurven musste. Als die Straße endlich etwas breiter wurde, fing ich an zu überholen. Immer wieder wurde der Platz enger, so dass ich abstoppen musste. Es ging über Kopfsteinplaster, Schotter und Asphat und die Strecke war sehr kurvenreich.
Nach 3 km sah ich, dass an einem Punkt, an dem ich schon vorbeigelaufen war, verschiedene Läufer in unterschiedliche Richtungen liefen. Oh nein, dachte ich, das muss die Abzweigung für die 10km-Strecke sein. Hastig fragte ich einen Mitläufer, ob er die Halbmarathonstrecke läuft. Als er bejahte, drehte ich mich um und lief rückwärts zur vermeintlichen Abzweigung.
Dann fiel mir auf, dass ich die falsche Frage gestellt hatte, und fragte einen anderen Läufer, ob er die 10km läuft. Er bejahte die Frage und ich drehte mich wieder um. Die Abzweigung lag noch vor mir, aber ich hatte ein paar Sekunden verloren.
Nach der richtigen Abzweigung hatte ich genug Platz, um ungestört zu laufen. Ich wurde schneller und entfernte mich immer mehr von den Läufern, die ich sah, also die hinter mir liefen. Ich hatte Durst, aber leider verpasste ich beide Getränkestände, weil ich sie einfach zu spät sah.
Auf den letzten beiden Kilometern gab ich alles und erreichte das Ziel glücklich nach 43:44 Minuten als 19. von 314. Finishern.
Zwischen phrenetischem Jubel und Kopfschütteln war bei den Zuschauerreaktionen alles dabei. 

Links:
Zieleinlaufvideo(http://result.davengo.com/dp/dgo/results/details/30896/4334615)