Weltrekordhalter im Rückwärtslaufen im Halbmarathon in 1:35:49 h
   
  Achim-Aretz
  ... Halbmarathon im Hunsrück
 

Der 2. Spendenlauf in Horn am 16.04.2011:

Der 2. Spendenhalbmarathon im Horn im Hunsrück war eine sehr schöne
Veranstaltung für einen guten Zweck. Die Spendeneinnahmen kamen den
an Leukämie erkrankten Jugendlichen Andreas und Nina zu Gute. Jeder Teilnehmer durfte die Höhe seines Startgeldes selbst bestimmen und so die Aktion unterstützen. Außerdem wurden die Einnahmen aus dem Getränke-, Imbiss- und Kuchenverkauf ebenfalls gespendet. Ich habe diese Veranstaltung als Laufpate sehr gerne unterstützt.

Während Nina nicht zur Veranstaltung kommen konnte, durfte ich den 15-jährigen Andreas kennen lernen. Er sagte mir, er könne sich nicht vorstellen, dass man die ganze Strecke rückwärts laufen kann. Ich gestand ein, dass es sicherlich anstrengend werden würde und sagte ihm, dass er mich nach dem Start, nach der Hälfte des Rennens und kurz vor dem Ziel rückwärts laufen sehen kann!

Kurz vor dem Start stellte ich mich in die erste Reihe und blickte zurück. Es hatten sich 125 Läufer angemeldet, also mehr als ein Drittel der 350 Einwohner zählenden Gemeinde! Als der Startschuss fiel, wurde ich von vielen Vorwärtsläufern überholt. Um einem Sturz auszuweichen, drehte ich meinen Kopf wie eine Eule um meine eigene Achse. Nein, das ging natürlich nicht, aber ich musste schon sehr aufpassen.

Nach wenigen hundert Metern verließen wir den Asphalt der Straße und ich konnte mich schon einmal auf das einstellen, was mir bevorstehen sollte. Der Streckenverlauf sah einen Schotterweg vor, der das Rückwärtslaufen ziemlich erschwerte. Nach 1 km zeigte meine Uhr 4:48 min an. Danach ging es Gott sei Dank für einige km auf Asphalt weiter, so dass ich die nächsten beiden km in je 4:05 min lief. Und dann kam schon der erste harte Anstieg. So oft ich mich auch umschaute, der Anstieg ging immer weiter. Deswegen schaute ich lieber nach vorne, wo es ja runterging.

Genau nach 5 km (Zwischenzeit von 22:05 min) änderte sich der Untergrund wieder und es ging für einige km in den Wald. Es ist sau schwer, auf einem zweispurigen Waldweg mit Gras in der Mitte rückwärts zu laufen. Ständig war der Weg mit Steinen oder Ästen gepflastert oder Schlaglöcher zwangen mich zum Sprung über das Gras auf die andere Spur. Bei km 7 kam dann noch der längste Anstieg des Rennens hinzu. Nachdem ich schon einige Minuten bergauf gelaufen war, hörte ich ein "noch 400 m!" Ein Streckenkenner machte mir Mut! Als ich endlich oben war, war ich schon ziemlich kaputt. Dabei hatte ich gerade mal etwas mehr als ein Drittel hinter mir!

Nach 10 km (46:18 min) ging es nach Horn auf Asphalt zurück und anschließend, mist, wohin noch mal, ach ja natürlich, wieder in den Wald. Auf der zweiten Hälfte gab es zum Glück nicht wieder so einen harten Anstieg, doch die Qualität des Bodens wurde zusehends schlechter. Da immer wieder Holzspähne und Schotter das Laufen in einer der Spuren erschwerte, entschied ich mich dazu, auf dem Grasstück in der Mitte zu laufen und stürzte mehrmals um ein Haar. Ich schaute mehr nach hinten als nach vorne. Durch das ständige Umdrehen wurde mir schwindelig. Deshalb nahm ich das Tempo raus und wurde von einigen Vorwärtsläufern überholt.

Nach 15 km (1:11:10 h) war ich dann fix und fertig. Ich hab mich noch nie so sehr wie in diesen Momenten auf Asphalt gefreut! Nach 2 harten km wurde mein Wunsch erhört und ich hatte wieder festen Boden unter meinen Füßen. Bei km 18 kam ein kurzer giftiger Anstieg, der dann abgelöst wurde, von einem langen Anstieg!! Ich hab lange nicht mehr so gekämpft wie bei km 19 und 20. Den schönen Ausblick auf den Hunsrück direkt vor meiner Nase, den sah ich nicht. Nach 1:41:08 lief ich völlig erschöpft, aber glücklich über die Ziellinie und sah Andreas. Ich lief zu ihm hin und klatsche ihn ab. Es wurden Fotos von uns gemacht, die ich online stelle, sobald sie mir vorliegen.

Bei der ersten Ausgabe des Spendenlaufes vor 2 Jahren kamen 6400 Euro zusammen. Hoffentlich ist die Spendenhöhe in diesem Jahr wieder ähnlich hoch! Es war ein toller Tag mit vielen Menschen, die für den guten Zweck zusammen kamen. Veranstaltungen wie diese sollte es viel häufiger geben!


Zeitungsartikel Rhein-Zeitung, 18.04.2011:
http://www.rhein-zeitung.de/sport/regionalsport/sport-nahe-hunsrueck-mosel/regionalsport-nahe-hunsrueck-mosel-klasse-10_artikel,-Spenden-Halbmarathon-in-Horn-Rueckwaertslaeufer-Aretz-lobt-die-gute-Sache-_arid,236410.html