Weltrekordhalter im Rückwärtslaufen im Halbmarathon in 1:35:49 h
   
  Achim-Aretz
  ... Köln-Halbmarathon
 
 Der Köln-Halbmarathon am 3. Oktober 2010:

Der Köln-Halbmarathon bietet ein einzigartigartiges Flair, eine flache Strecke und eine Bombenstimmung an der Strecke. Diese Attribute überzeugten mich, die Strecke auch in Köln rückwärts anzugehen. Der Tegernseelauf, bei dem ich vor zwei Wochen die Weltbestmarke von 1:37:36 h aufgestellt hatte, beinhaltete 150 Höhenmeter. Aufgrund der flachen Strecke in Köln hatte ich mir deshalb eine Zeit von unter 1:37 h zum Ziel gesetzt. Zufälligerweise hatte sich Thomas, einer der beiden Trainer meiner LSF-Trainingsgruppe, dasselbe Tempo von etwa 4:30 min/km vorgenommen, so dass wir die ersten km zusammen angehen wollten.

Wir reihten uns in den ersten Startblock ein und stellen uns etwa 20 m vor die Startlinie. Als vor dem Start kölsche Karnevalslieder eingespielt wurden, sprang ich einmal kurz hoch und erblickte die bis zum Horizont gebündelte Menschenmasse hinter uns. Es hatten sich 11.000 Läufer angemeldet. Gut, dass wir so weit vorne standen!

© Patric Fouad

 
Als der Startschuss fiel, drehte ich mich um und ging zur Startlinie. Auch dahinter ging es nicht viel schneller voran. Überall waren Läufer. Ich drehte meinen Kopf dauerhaft um. Auf engstem Raum wurde ich überholt, musste ich ausweichen und die Augen nach hinten, vorne, rechts und links gleichzeitig richten. Nach einem Kilometer zeigte die Uhr 5:30 min und verriet, dass wir schon eine min verloren hatten. Auf der Deutzer Brücke entschied ich mich, lieber zwischen den Zuschauern herzulaufen. Ständig musste ich aufpassen und den Supergau verhindern: Bloß nicht über das Gelände in den Rhein stürzen! Ein herzlicher Dank gebührt Thomas, der mich vor jeder Straßenverengung, Schienen und einem zuweit vorgeparkten Auto und anderen Läufern warnte! Trotz dieser großen Hilfe blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Kopf ständig gedreht zu halten. Nach 5 km bekam ich deswegen leichte Schwindelgefühle. Außerdem war die Zwischenzeit immer noch etwas zu hoch. Wie sollte ich unter diesen Bedingungen bloß noch 16 km durchhalten? Mein Kopf beschwerte sich gewaltig bei mir.

Nach und nach wurde die Strecke freier und es war mir von der Streckenführung her vergönnt, "normal" rückwärtszulaufen, also den Kopf nicht umzudrehen. Nach 10 km lag die Zwischenzeit von 45:55 min immer noch 30 s über der 10km- Zwischenzeit des Tegernseelaufs. Dennoch begann das Rennen nun Spaß zu machen. An Knotenpunkten, an denen wir mehrfach vorbei liefen, war die Stimmung ausgelassen. Die lautstarken Zuschauerzurufe und die Unterstützung von meinem Cousin und 2 Freunden wurden manchmal nur von eingespielten Karnevalsliedern übertönt.
 
Thomas und ich wurden auf der zweiten Hälfte immer schneller, so dass wir uns gegenseitig bremsen mussten und viele Läufer überholten. Einige von ihnen fragten verdutzt, ob ich schon die ganze Zeit so laufe. Auch einige Zuschauer waren überrascht, als sie mich sahen. Mehr als einen freundlichen Handgruß konnte ich mir aber nicht mehr abverlangen. Mein ganzer Körper merkte nun langsam doch die ernorme Belastung. Auf der zweiten Hälfte des Rennens bekamen wir für einige km Unterstützung von meinem Onkel und Marathonläufer und später von einem hilfsbereiten fremden Läufer. Vielen Dank für die Warnung vor Gullideckeln und Bordsteinen!

Bei km 19 erblickte ich den Kölner Dom. Es war ein schönes Gefühl, auf der Domplatte entlang in Richtung Deutzer Brücke zu laufen. Nach einem letzten Brückenanstieg ging es auf der anderen Seite runter in Richtung Ziel.

© Patric Fouad

Thomas und ich streckten die Arme in die Höhe und liefen zeitgleich nach einer Nettozeit von 1:36:30 h über die Ziellinie. Damit unterbot ich die alte Weltrekordzeit um 66 s!

© Patric Fouad

Ich habe selten so viele verkleidete Läufer gesehen wie beim Köln-Marathon. Neben Clowns, Teufeln und Schornsteinfegern gabs eine Gruppe, die einen Trabbi hinter sich her geschoben hat. Es hat eine große Freude gemacht, bei dem Spektakel dabei gewesen zu sein. Insgesamt war der Köln-Halbmarathon eine gute Generalprobe für den Frankfurt-Marathon am 31. Oktober!

Videos:
Zieleinlauf: http://www.marathon-photos.com/scripts/event.py?event=Sports/GKDE/2010/Koln%20Marathon&new_search=1&match=32521

Links:
http://echo-muenster.de/node/25602

http://mobil.fr-online.de/;svFitMlCarousell3=2/http%3Agamma.express.de/m-home/m-regional/m-koeln/21-kilometer-auf-kruecken/-/909138/4709232/-/view/asFitMl/-/index.html